Alena Wagnerová

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geboren 1936 in Brünn

Genre:

Sachbuch, Prosa

Zur Person:

Ich bin geboren und aufgewachsen in Brünn (ČSR), wo ich auch in den Jahren 1954-1959 an der Masaryk Universität Biologie und Pädagogik, später extern Theaterwissenschaft studierte. Nach der Promotion wanderte ich durch verschiedene Berufe, bis ich Dramaturgin im Jugendtheater in Brünn wurde, womit es mir endlich gelungen war, aus dem Arbeitsbereich der Naturwissenschaften in den  Kulturbereich zu wechseln. In der Zeit der langsamen, immer wieder unterbrochenen politischen Liberalisierung der sechziger Jahre,  begann ich für die tschechischen Literaturzeitschriften (u.a. Plamen, Literární noviny) Reportagen, Erzählungen  und Artikel zu kulturpolitischen Fragen zu schreiben und mit dem Brünner und Prager Rundfunk zusammenzuarbeiten. Ab 1965 lebte ich als freie Schriftstellerin in Prag, 1968 debütierte ich  mit dem Reportage-Essay "Neohlížej se, zkameníš" (Schaue nicht zurück, du wirst zu Stein) über die  Widerstandsgruppe "Předvoj" mit dem Koautor Vladimír Janovic.  

1969 heiratete ich Karlheinz Köhler, zog (legal) nach Saarbrücken in der Bundesrepublik um und fing von Neuem an. Zur existentiellen Frage wurde für mich der Erwerb der deutschen Sprache, damit ich auch deutsch schreiben kann, denn in der tschechischen Sprache konnte ich nach 1969 keine Texte mehr veröffentlichen. So begann ich Sachbücher zu den in der öffentlichen Diskussion in der BRD damals aktuellen Themen zu schreiben und damit auch meine tschechischen Erfahrungen in den bundespolitischen Diskurs einzubringen: „Die Frau im Sozialismus - Beispiel CSSR“ (Hamburg 1974) „Mutter-Kind- Beruf“ (Reinbek bei Hamburg 1976), „Scheiden aus der Ehe“ (Reinbek bei Hamburg 1981), „Wir adoptieren  ein Kind“ (Freiburg 1981). Mit diesen vier Büchern war der  Prozess des Spracherwerbs und die Phase des Sachbuches in meiner Autorenbiographie abgeschlossen und mit der Veröffentlichung der  Novelle „Die Doppelkapelle“ (Olten 1982, tschechisch 1991) begann die  „literarische“ Phase meiner deutsch-tschechischen Biographie, die eigentlich bis heute andauert. 1976 fing freilich in meinem Leben mit einem Sohn (1974) und einer Tochter (1976) die Familienphase an, was natürlich auch zu einer  zeitweiligen  Verlangsamung  meiner publizistischen und literarischen Arbeit  führte und außerdem auch zu der Unmöglichkeit, mich, - außer des jeweils einmonatigen Worpswede Stipendium in den Jahren 1981 u. 84 - um Stipendien und Studienaufenthalte zu bewerben. 

Die Wende 1989 brachte  Änderungen auch in mein Leben. Sie machte es für mich möglich in und zwischen zwei Sprachen und Kulturen frei zu existieren,  tschechisch und deutsch zu  schreiben, abwechselnd in Saarbrücken und Prag zu leben  und zwischen den beiden Kulturen, wie auch zwischen „West“ und „Ost“ zu vermitteln. Die neuen Verhältnisse machten es für mich allerdings auch möglich, mich an zwei internationalen oral-historischen Projekten „Das Gedächtnis der Frauen - auf der Suche nach der Identität der Frauen im Sozialismus“ mitzuarbeiten und als Leiterin des oral-historischen Teiles an der Dokumentation der tschechischen Regierung über die Hitler-Gegner aus den Sudeten mitzuwirken.

2010 bekam ich ein viermonatiges Stipendium des Landes Brandenburg auf dem Schloß Wiepersdorf, 2013 das einmonatige Stipendium des Künstlerhauses Lucas Ahrenshoop für Island, 2016 das einmonatige Stipendium des Ministeriums fúr Kultur und Bildung des Saarlandes.  

Mitglied in literarischen bzw. Berufsorganisationen:

Verband Deutscher Schriftsteller
Internationales PEN Zentrum


Werke

Bücher:

  • „Neodsunuté vzpomínky“, (Nicht vertriebene Erinnerungen) , Praha  2001
  • Die Briefe  von  Milena, ed. Mannheim 1996; Praha 2000
  • Prager Frauen, ed. Mannheim 1995
  • České ženy (Tschechische Frauen), ed. 2003
  • Bol lásky prodejné,(Der Schmerz der käuflichen Liebe) Praha 2013
  • Die Gartenschönheit  oder das Ende von Mitteleuropa (ed.zus.mit F. Pfäfflin) Göttingen 2015
  • Frühstück im Freien (Snídaně v trávě) (in Vorbereitung)

 

Im Saarl. Virtuellen Katalog verzeichnete Werke von Alena Wagnerová

 

Rundfunkbeiträge:

  • Karel und Willi“, SR 1984
  • Das Tagebuch  einer  heimlichen  Symmetrie“(Sabina Spielrein), SR 1992
  • „Sie schwand  dahin“, SR 2001
  • Odsunuté vzpomínky“ (Vertriebene Erinnerungen), Radio Prag 1992

Theater:

  • Odsunuté vzpomínky“ (Vertriebene Erinnerungen), Uraufführung Theater Cheb 1992
  • Eine fremde Stunde (Theaterstück, Frauen-Literatur-Preis -2016 Theater)