Manfred Römbell

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geboren 1941 in Bildstock (Saar)
gestorben 2010

Genre:

Prosa, Roman, Lyrik, Satire

Zur Person:

Ausbildung zum Rechtspfleger, Werkkunstschule; Buchhandel; Arbeit als Rechtspfleger im Saarland und in Berlin, jetzt freier Schriftsteller; lebte in Saarbrücken. Manfred Römbell ist am 21.6.2010 verstorben.

Mitglied in literarischen bzw. Berufsorganisationen:

VS Saar

Die wichtigsten Auszeichnungen:

  • 1969 Kurt Magnus Preis der ARD
  • 1975 Reisestipendium des Auswärtigen Amtes
  • 1986 Kunstpreis der Stadt Saarbrücken
  • 2002 Otto-Weil-Preis der Stadt Friedrichsthal


Werke

Bücher:

Im Saarl. Virtuellen Katalog verzeichnete Werke von Manfred Römbell

weitere:

  • Kaltluft (Prosa) Pforzheim: Harlekin Presse, 1971. Vergriffen
  • Kurze Prozesse (Kurzprosa) Berlin: Wolfgang Fietkau Verlag, 1973. Vergriffen
  • Richtig lebendig wird es auf dem Friedhof im Herbst. (Kurzprosa) München: Werner Raith Verlag, 1976. Vergriffen.
  • Brennen mit Licht. (Erzählungen) Köln: Literarischer Verlag Braun, 1977. Vergriffen.
  • Das nächste Fest soll noch größer werden. (Kurzprosa) Dillingen: Queißer Verlag, 1980. Vergriffen.
  • Saarbrücker Stadt und Land. (Bildband) Dillingen: Queißer Verlag, 1981. (Fotos :Proföhr /Wolter) Vergriffen.
  • Durchsichtig ist das Land. (Gedichte) Rastatt: Verlag Fox Produktionen, 1982. Vergriffen.
  • Vogesenflut. (Gedichte) Saarbrücken: Buchverlag Saarbrücker Zeitung, 1984. Vergriffen.

 

Beiträge:

  • Vertreten in Tintenfisch 7, 1974, und auf der Quartplatte: Deutsch für Deutsche.
  • Berlin: Verlag Klaus Wagenbach, 1975.
  • Literaturmagazin 4. Rowohlt Verlag.
  • Schaden Spenden. Eremiten Presse.
  • Mein Land ist eine feste Burg. Fox Produktionen.
  • Ein saarländisches Lesebuch
  • Saarbrücker Augenblicke
  • Doppelspur. Literarische Topographien. P V A Landau.
  • Giftgrün.
  • Hans Dahlem zum Fünfzigsten.
  • Großer Saarbrücker Stadtführer.
  • Typisch saarländisch.
  • Kleine Bettlektüre für Saarländer.
  • Das Saarlandbuch.
  • Vom Fliegen. Insel-Taschenbuch; Frankfurt 1990.
  • Bildhauersymposion St. Wendel.
  • Hasen im Pfeffer. Sprichwörtliche Kunstprosatexte. Frankfurt 1995.
  • Lukas Kramer, ein saarländischer Maler Modeme Galerie Saarbrücken.
  • Cirrostratus II, Galerie Oeil, Forbach.
  • Perspectives 88, Galerie Oeil, Forbach.
  • Steine an der Grenze. Bildhauersymposion Merzig
  • Steine an der Grenze. Alfred Diwersy (Hrsg.) Gollenstein 1996.
  • Klopfholz, Zwiebelfisch und Fiegenkopf. Speyer, 1996.
  • Kähne, Kohle, Kußverwandtschaft. Ein Saarbrücker Lesebuch. Saarbrücken 1998.
  • Blancs de blanc. Théo Wolters zum 80. Forbach 2000.
  • 300 Jahre Bildstock. Bildstock Saar 2000.
  • Sylt Magazin 1997,1998 ,1999, 2000.
    u.a.m.
  • Texte in deutschen Schulbüchern

Zahlreiche Veröffentlichungen in in- und ausländischen Zeitungen und Zeitschriften, u.a. Frankfurter Allgemeine, Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt, Basler Nationalzeitung, Literarische Hefte, Die Horen, Reutlinger Drucke, Wespennest, Kürbiskern Saarheimat, Estuaires (Luxemburg)

Sekundärliteratur:

M. Groß: Autobiographisches Schreiben im Saarland am Beispiel von Ludwig Harig, Manfred Römbell und Rainer Petto. Magisterarbeit, Saarbrücken 1998.
Aufnahme in Walter Killy's "Literaturlexikon", Bertelsmann.

Rundfunkbeiträge:

Zahlreiche Sendungen im Saarländischen Rundfunk, Südwestfunk, Süddeutscher Rundfunk, Sender Freies Berlin, RIAS Berlin, Radio Bremen, Deutschlandfunk, Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft, ORF
Gesamtdeutsche Gespräche, zwei mal vier Dialoge. Saarländischer Rundfunk, 1968.

Fernsehbeiträge:

Friedrichsthal.
Fernsehfilm, Südwest 3 -SR, 1973
Woll (Spichern).
Fernsehfilm, Südwest 3 -SR, 1979.

Aus dem literarischen Schaffen

Textprobe:

Blasen und stöhnen

Selbst der ehemalige Bundespräsident von Weizsäcker empfahl Boris Becker als Vorbild für die Jugend, übersah dabei aber wohl, daß dieses Vorbild der Steuer wegen seinen Wohnsitz im Ausland hat. Besonders seit der Affäre Graf sollte man mit solchen Empfehlungen vorsichtig sein. Trotzdem ist die Tennis-Übertragung Fernseh-Pflicht.
Stundenlang dreschen nun Tommy Haas, Nikolas Kiefer, Anke Huber und die anderen Größen die Tennisbälle. Kein Turnier bleibt einem erspart, kein Grand-Slam, kein Davis-Cup, kein Wimbledon. Was am Tennis so faszinieren soll, bleibt trotzdem ein Rätsel. Höchstens als gesellschaftliches Ereignis wird es verständlich, denn es ist wohl einfacher, in den Himmel, als in einen Tennisclub zu kommen. Aber ohne Tennisclub kein gesellschaftlicher Aufstieg, und so bringt man alle Opfer, um selbst einmal in der VIP-Lounge eines Turniers zu sitzen und die Nähe der Erfolgreichen zu genießen, wenn es manchmal auch nur erfolgreiche Steuerhinterzieher sind.
Die Strapazen für die eigene Hals-Muskulatur im ständigen Hin und Her zählen wenig im Vergleich zu dem, was geboten wird. In gebeugter Hockstellung wiegen sich die Spielerinnen und SpieIer ebenfalls hin und her und erinnern so an die unbeherrschte körperliche Motorik bei gewissen psychischen Störungen. Wenn sie dann schlagen, geben viele Laute von sich, die bei Spielerinnen an gewisse erotische Klangwerte, bei Spielern an die Brunstschreie eines Hirschen erinnern. Immer wieder auch blasen die Spielerinnen und Spieler in die Innenfläche einer Hand, und so im ständigen Wechsel. Sie bewegen sich wiegend hin und her, sie blasen sich in die Hand, sie stöhnen und brunsten, sie wiegen sich und blasen, sie blasen und wiegen, sie schlagen und stöhnen.
Aber etwas gibt es, was für das Blasen und Stöhnen entschädigt, und das ist der Blick auf die Beine oder auf die hüpfenden Busen der Spielerinnen, und manchmal wird das stundenlange Glotzen auch durch den Anblick des knappen Höschens einer Spielerin belohnt.

Aus dem Buch "FernsehSpott vom täglich flimmernden Wahnsinn". Frankfurt und Wien, Aarachne Verlag, 2001