Peter Merten

Peter Merten

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geboren 1931 in Bous

Genre:

Autobiographie

Zur Person:

Meine Stationen der Theater im Laufe meiner Karriere waren:
1956-1960: Neustrelitz -Friedrich Wolf-Theater
1960-1962: Landestheater Eisenach
1962-1972: Metropol-Theater Berlin
1972-1982: Stadttheater Mainz
1982-1995: Staatstheater Saarbrücken


Werke

Bücher:

Im Saarl. Virtuellen Katalog verzeichnete Werke von Peter Merten

Filme:

    36 Filmrollen

    Sonstiges:

    Zahlreiche Opernauftritte mit Live-Übertragungen

    Aus dem literarischen Schaffen

    Textprobe:

    Textprobe aus der Autobiographie Vagabundenlied:

    Peter Merten trat in den 50er Jahren mit seiner Band, den Crosbys, auf. Hier eine Textstelle über einen Auftritt auf dem Suhler Marktplatz:

    Die Stadt war voller Menschen und überall gab es Staus. Bei uns brach das Lampenfieber aus. Ich hatte mir zur Beruhigung einen Flachmann mit russischem Wodka eingesteckt. Überall hörte man Musik und alles wurde über den Stadtfunk ausgestrahlt. Wolfgang brachte die Damen und seine Eltern zum Marktplatz. Dort trafen wir auch Frau Martel Scholz und einige ihrer Schüler, die auf unseren Auftritt warteten.Ich glaube, keiner kann sich vorstellen, wie ich in dieser Situation gelitten habe. Ich war in Panik, stammelte immer wieder: "Ich hab meinen Text vergessen." Die Bühne wurde geräumt, in fünf Minuten waren wir an der Reihe. Dann der Ruf: "Die Crosbys bitte auf die Bühne." Ich nahm einen Schluck aus meinem Flachmann und lief auf die Bühne. Vor mir standen tausende Menschen, die mich erwartungsvoll ansahen. Kreidebleich stand ich vor dem Mikrofon und begrüßte die Zuschauer.

    Dann kamen die anderen raus und es ging los mit unserer musikalischen Visitenkarte, die gut ankam. Danach sang ich das Vagabundenlied. Als das Lied zu Ende war, ging ein Sturm des Beifalls los. Nach unserem normalen Programm sangen wir aus dem Feuerwerk: Oh mein Papa. Dann sangen meine drei Genossen den Refrain noch mal und ich sang eine Oktave höher darüber: "Oh, mein Papa war eine schöne Mann! Ei, wie er lacht, sein Mund wie sein, so breit und rot, und seine Aug' wie Diamanten strahlen! Oh, mein Papa war eine wunderbare Clown, oh mein Papa war eine große Kinstler."

    Da tobte der ganze Marktplatz, aus tausend Kehlen rief es immer wieder: "Bravo, Bravo!" Noch heute bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich daran denke. In diesem Moment war ich der glücklichste Mensch auf der Welt. Wir waren kaum runter von der Bühne, da stand ein Kleinbus bereit und fuhr uns zur Hauptbühne ins Stadion. Dort hatten wir erstmal eine Verschnaufpause und aßen mit Wolfgang, meiner Mutter und Annelie eine Thüringer Bratwurst und tranken kühles Bier.

    Dann hieß es wieder "Fertig machen zum Auftritt" für die Crosbys. Es lief alles wieder so ab wie auf dem Marktplatz nur 80 000 Mal stärker, so viele Menschen hatte ich noch nirgendwo auf einmal gesehen. Es war umwerfend und ich war glücklich, meine Mutter und die anderen dabei zu wissen.