Franz Kovacs

Franz Friedrich Kovacs

geboren 1949 in Saarbrücken

Genre:

Lyrik/Prosa/Aphorismen

Zur Person:

Verschiedene Tätigkeiten in unterschiedlichen Berufen, zuletzt Kaufmann

Mitglied in literarischen bzw. Berufsorganisationen:

VS Rheinland-Pfalz

 


Werke

Bücher:

Im Saarl. Virtuellen Katalog verzeichnete Werke von Franz Kovacs

weitere:

  • "Glashaus", Gedichte saarländischer Autoren, Anthologie, Wassermann- Verlag, St.Ingbert, 1991, 90 Seiten, ISBN 3-928030-05-1, 4 Lyriktexte (Laufbahn, Särge, Märchenhaft, Aufbruch)
  • "Satzzeichen", Aphorismenbuch, Memoiren- Verlag Bauschke, Glödnitz ( Österreich ), 2014, 109 Seiten, ISBN 978-3-902990-09-9.

 

Beiträge:

  • Verschiedene in: Die Neue Gesellschaft Frankfurter Hefte, 1990
  • Pegasus, Das Kulturbuch für die Region Rhein-Neckar/ Saar-Pfalz von 1992- 1994
  • 5 Ausgaben mit verschiedenen BeiträgeRhein-Neckar/Saar-Pfalz,
  • 4 Hefte von 1992-1994
  • Lyrik und Prosa
  • LOG (internationale Literaturzeitschrift Wien) 1994ff.,  regelmäßige Beiträge
  • Laufschrift, 1995, einmaliger Beitrag
  • Chiffre,1997, einmaliger Beitrag
  • Gegenwind, Augsburg, ab 1997, mehrere Beiträge1986- 1989
  • 11 Gedichte  und 2 Prosabeiträge  in der Saarbrücker Zeitung1988- 2000 
  • 26 Lyriktexte im Poesietelefon SaarVentile Nr. 8 Erscheinungsjahr 1999
  • Der Herold 1997, 2002, 2004, 2009 verschiedene Beiträge
  • Feuerprobe, 1993, einmaliger Beitrag
  • oda, ort der Augen, 2007, einmaliger Beitrag
  • Schnipsel, 2008, einmaliger Beitrag
  • Der Maulkorb (Literaturzeitschrift Dresden) 2008, 2009 verschiedene Beiträge
  • Gegengift, 1998, Beiträge in drei versch.Heften
  • Müllers Magazin, ab 1997 regelmäßige Beiträge
  • Arbeitskammer des Saarlandes, Heft 5 Mai 1987,
  • Der Arbeitnehmer, 1 Lyriktext
  • Rheinland- Pfälzische Literaturtage 2007 in Montabuar,
  • Plakate mit dem Lyriktext "Zielbahnhof unbekannt"D u m (Nr. 56, 57 ), Langenlois, Österreich 2010 und 2011
  • Lyrik Maulkorb (Nr. 7 ), Dresden, 2010
  • LyrikAb 2007 Aufnahme in das "Abraxas" Literatur- Forum im Internet
  • Aphorismen-Beiträge in http://www.aphorismen.de/
  • Internationaler Aphorismenwettbewerb 2014 "Großes im Keinen", Hattingen:
  • Teilnahme an der Wettbewerbsanthologie der Sieger und Platzierten " Im Getriebe wird das Sandkorn zur Macht", Brockmeyer Universitätsverlag, Bochum, 2014.
  • Melusine, Zeitschrift der Literarischen Gesellschaft Saar-Lor-Lux-Elsass, Dezb. 2014 Heft 2, Aphorismen.


Aus dem Literarischen Schaffen

Textprobe:

Der Umgestalter

Eine lange Zeit
verkannte Künstlerpersönlichkeit
erst mit einem Skalpell
machte er die entscheidenden Fortschritte
gelangen ihm
die erstaunlichsten Ausdrucksformen

sein heimlich im Bürgerpark
plaziertes Katzenwiesel
auf Rinderschädelsockel
sorgte für Aufregung
ließ Ekelgefühle aufkommen
aber auch Bewunderung

Insider tippten auf einen
frustrierten Arzt
andere sprachen von einem
sensiblen Kopfschlächter

die Kunstschickeria
behält beide Berufsgruppen
im Auge
lockt mit Riesensummen
in Anzeigen
steigert ihren Kokainverbrauch erheblich


Aus: Schmetterlinge überm Rattennest, 2000



Kontinuierliche Abgänge


Am Ende des
Spektakels
waren alle Asse
ausgespielt

Gewinne
ungleichmäßig verteilt
aber wertlos geworden

als Event angekündigt
zum Drama
ausgeartet
Spielregeln die kaum
überzeugen konnten


angebrannte
zerissene Spielkarten
zwischen Unrat
allerletzte Spuren

 

Aus der Hamsterradabhandlung....

 

Einige Intellektuelle verlassen fluchtartig die "Bewegungsstätte", finden sich desillusioniert im Käfig wieder. Kehren als Zyniker zurück (treten nur noch halbherzig ).

 

Auszug aus:
Heute ich - morgen du
(oder: Am Ende läuft ein Film im Zeitraffer)

Mona Lisa, zum wiederholten Male brutal vergewaltigt, gab ihr geheimnisvolles Lächeln auf.Es wurde zusehends gewöhnlicher. Ein druidenähnlicher Analytiker in einem pendelnden, goldenenKäfig zwischen zwei Kontinenten erkannte den Anpassungsreflex. Danach brachte er jubilierend seinen goldenen Untersatz durch heftige Schaukelbewegungen in Fahrt. Im Geschwindigkeitsrausch jagte er Jahrtausende vor sich her. Etwa zu selben Zeit übergab sich ein dickbäuchiger, weißgesichtiger Klosterbewohner beim Studium der aufwendig bebilderten Ordenschronik. Dem Anblick der enormen Mengen Heidenfleisches - Kreuzzugsqualität - war er nicht gewachsen. Sekundenbruchteile danach sollte der Bucklige von Notre-Dame zur Jahrhundertfeier der Stadt vom obersten Glockenturm aus die Häuser befruchten. Nachdem dieser empört das Ansinnen der Bürger abgelehnt hatte, gab er verschämt zu erkennen, dass er in naher Zukunft die Freiheitsstatue besteigen wolle. Einen handlichen Segler hätte er seit Tagen in seinem Besitz. Die Bewohner nahmen ihm das übel. Nachdem sie ihn mit größter Anstrengung von ganz oben weggefangen hatten, wurde er rituell kastriert.

Bevor diese beiden bemitleidenswerten Träumer an dem unreinen Heroin endgültig verreckt waren, er- schien ihnen Bruchteile von Sekunden vor ihrem Tod eine vulgäre, tobende, nackte Säuferin; dann ein geschlechtsloser, buckligere Transvestit. Zuletzt ein fleischfressender, rasender Ordensritter auf einem schwarzen Pferd. Die dazugekommene aussätzige Menschenmenge schrie nach einer Kreuzigung.

Zwischen zwei Kontinenten, ganz hoch oben im goldenen, stark schwingenden Käfig schrie der Analytiker hysterisch Beschwörungen. Kurz danach stürzte er fluchend in die Tiefe. Eine lange Phase absoluter Ruhe. Dann wurden die letzten Lichtstrahlen überdeckt.