Edith Braun

Dr. Edith Braun

E-Mail
geboren 1921 in Saarbrücken
gestorben 2016 in Saarbrücken

Pseudonym(e):

Juliane Herrmann

Genre:

Bücher in oder über Mundart

Zur Person:

Edith Braun, geb. 1921 in Saarbr.-Malstatt, gestorben am 14.10.2016 in Saarbrücken. Sie verbrachte in Malstadt Kindheit und Schulzeit. Studierte einige Semester Jura. Danach jahrzehntelang Ehefrau und Hausfrau (eine Tochter). Pflegte dabei ihre Hobbys: Lesen, Fremdsprachen, Handarbeiten. Viele Reisen: Schweiz, Italien, Polen, U.S.A. und UdSSR. Seit 1976 verwitwet.
Begann 1971 wieder zu studieren (an der Universität des Saarlandes). Machte 1976 Examen als Dipl. Übersetzer für Englisch und Russisch. Unterrichtete diese Sprachen an Volkshochschulen. Studierte weiter: Phonetik, Germanistik, Slawistik. Promovierte 1988 zum Dr.phil. (Hauptfach Phonetik bei Prof. Max Mangold). Braun begann ihre schriftstellerische Laufbahn 1981 in VHS-Kurs von Dr. Gerhard Stebner und Dr. Walter Schiffels.
Sie kam durch Prof. Mangold zur Mundart. Verfasste mit ihm zusammen das 'Saarbrücker Wörterbuch', 1984). Erste eigene Publikationen: 'Max und Moritz' und 'Struwwelpeter' in Saarbrücker Mundart.
Von 1990-1999 war Braun freie Mitarbeiterin beim Saarländischen Rundfunk; betreute dort die Mundart-Werkstatt der Saarlandwelle, die sie zusammen mit dem SR Redakteur Lutz Hahn initiiert hatte. Sie war fast jeden Samstagmittag auf Sendung im Frohen Wochenende (auf SR3 Saarlandwelle) mit Manfred Spoo. Dabei wurden Wörter, Redewendungen usw. zu bestimmten Themen von den Hörern live mitgeteilt und aufgezeichnet. Begleitend zu diesen Sendungen fanden öffentliche Mundart-Treffs (insgesamt 50) und zahlreiche private Interviews statt, wobei weiteres Mundartmaterial gesammelt und aufgezeichnet wurde. Daraus entstanden bisher die Bücher 'Necknamen ...', 'Hasenbrot und Gänsewein', 'Gudd gesaad I' und 'Gudd gesaad II'.
Von 1996 bis 2016 schrieb Braun wöchentliche Kolumne 'Unsere Mundart' in der Samstagsausgabe der Saarbrücker Zeitung. Die Autorin war Expertin für saarländische Mundarten.

Mitglied in literarischen bzw. Berufsorganisationen:

Mitglied des Saarländischen Schriftstellerverbandes (VS).
Vorstandsmitglied des Mundartringes Saar e.V.

Die wichtigsten Auszeichnungen:

Literaturwettbewerb des Schriftstellerverbandes Luxemburg (LSV) anläßlich der Europäischen Kulturhauptstadt Luxemburg 1995
Förderstipendium für Literatur der Landeshauptstadt Saarbrücken 1998


Werke

Bücher:

Im Saarl. Virtuellen Katalog verzeichnete Werke von Edith Braun

weitere:

  • Braun, Edith: Lebendige Mundart. Gudd gesaad I. Sprüche und Redensarten. Saarbrücken: Saarbrücker Druckerei und Verlag, 1996. 160 Seiten. ISBN 3-930843-04-8
  • Lebendige Mundart. Gudd gesaad II. Sprüche und Redensarten von Edith Braun & Lutz Hahn. Saarbrücken: Saarbrücker Druckerei und Verlag, 2000. 160 Seiten. ISBN 3-930843-59-5
  • Braun, Edith: Von Aabääder bis Zwuurwel Schimpfwörter und Kosewörter in saarländischen Mundarten. mit Karin Peter. Eigenverlag, Merzig 2009.

 

Übersetzungen:

  • Braun, Edith: De Saarbrigger Schdruwwelpeeder (Nachdichtung von Heinrich Hoffmanns Struwwelpeter). Verlag Meininger, Landau. 1984. vergriffen.
  • Braun, Edith: Der Saarbrücker Jedermann. Nachdichtung des 'Jedermann' von Hugo von Hofmannsthal. Saarbrücken. 1988
  • Wilhelm Busch: Knopp Trilogie. In Mundart nachgedichtet. Saarbrücken: Saarbrücker Druckerei und Verlag, 2001. 240 Seiten. ISBN 3-930843-63-3
  • Braun, Edith: Tonton der Erzlügner. In Mundart und Übersetzung. Saarbrücken: Saarbrücker Druckerei und Verlag, 2000. 176 Seiten. ISBN 3-930843-52-8
  • Asterix uff saarlännisch. Em Asterix sei groosi Tuur., Horst Lang, Edith Braun. Berlin: Ehapa Verlag, 2001. 50 Seiten. ISBN 3-7704-2263-5
  • Asterix uff saarlännisch. De Asterix im Aarmviehteaader. Karin Peter, Horst Lang, Edith Braun. Berlin: Ehapa Verlag, 2001. 50 Seiten. ISBN 3-7704-2285-6
  • Antoine de Saint-Exupéry: De glään Brins. Saarländisch. Mid de Bilder vum Verfasser. Aus dem Französischen für das Saarland übersetzt von Edith Braun. Verlag Michaela Naumann. Nidderau. 2001. 96 Seiten. ISBN 3-933575-54-0
  • Braun, Edith: Der saarlännische Schdruwwelpwwder. Luschdische Schdiggelscher unn glòòre Bilder. Nidderau: Verlag Michaela Naumann, 2. Aufl. 2000. 32 Seiten. ISBN 3-933575-21-4

 

Herausgeber:

  • Braun, Edith (Hrsg.) Plisch und Plum. Hans Huckebein. Zwei Bildergeschichten von Busch Wilhelm in Saarbrücker, Mannheimer und Trierer Mundart. edition Karlsberg. Homburg. 1992. 220 Seiten. ISBN 3-87760-800-0
  • Braun, Edith/Maria Bonner/Hans Fix (Hrsg.), Nachbarschaften - Festschrift für Max Mangold. Saarbrücker Druckerei und Verlag. Saarbrücken 1993. 400 Seiten. ISBN 3-925036-65-2

 

Mitherausgeber:

Redaktionsmitglied der 'Mundartpost Saar' (erscheint vierteljährlich).

 

Rundfunkbeiträge:

  • Zahlreiche Hörspiele und Szenen, vom Saarländischen Rundfunk SR3 gesendet.
  • Sendungen als Leiterin der 'Mundartwerkstatt' samstags im 'Frohen Wochenende' des Saarländischen Rundfunks SR3 von 1990-1999.

 

Sonstiges:

Zeitungen

  • Zahlreiche Artikel für den 'Sonntagsgruß' (ab 1984)
  • 'Unsere Mundart'. Wöchentliche Rubrik in der Saarbrücker Zeitung (samstags).

Anthologien:

  • Görg, Elisabeth (Hrsg.): Kleine Geschichten aus dem Saarland. Engelhorn Verlag. Stuttgart. 1989. Seite 142.
    Soumagne, Ludwig (Hrsg.): Die Litanei Bd. 2 in zweiundfünfzig Sprachen und Mundarten. Verlag van Acken. Krefeld. 1990. Seite 24, 25.
  • Görlach, Manfred (Hrsg.): Max und Moritz in deutschen Mundarten von A - Z - von Aachen bis zur Zirps.Universitätsverlag C. Winter. Heidelberg. 1995. Seite 123, 125, 127, 129, 131, 133, 135, 137, 139.
  • König, Guido (Hrsg.): Heij bei uus - Mundartgedichte der Saar. Edition Karlsberg. Verlag Hempel. Lebach. 1992. Seite 135, 160, 211.
  • Hain, Bruno / Rudolf Lehr (Hrsg.): Do sin mer dehääm Schimper-Verlag. Schwetzingen. 1993. Seite 33, 34.
  • Lehr, Rudolf / Bruno Hain (Hrsg.): Durch s ganze Johr. Verlag Rhein-Neckar-Zeitung. Heidelberg.1993. Seite 86.
  • Schmied, Erhard / Ralf Schock (Hrsg.): In diesem fernen Land. Edition Karlsberg. Homburg/Saarpfalz. 1993. Seite 108, 109, 186.
  • Sauer, Walter (Hrsg.): Die Weihnachtsgeschichte in deutschen Dialekten. Husum Verlag. Husum. 1994. Seite 107, 108.
  • Sauer, Walter (Hrsg.): Der Mundart Struwwelpeter in 25 deutschen Mundarten. Universitätsverlag C. Winter. Heidelberg. 1995. Seite 127-132.
  • Görlach, Manfred (Hrsg.): Wilhelm Buschs Max und Moritz von A bis Z deutschen Mundarten. Universitätsverlag C. Winter. Heidelberg. 1995. Seite 123 ff.
  • Görlach, Manfred (Hrsg.): Wilhelm Buschs Hans Huckebein in 65 deutschen Dialekten. Universitätsverlag C. Winter. Heidelberg. 1997. Seite 71.
  • Görlach, Manfred (Hrsg.): Wilhelm Buschs Plisch und Plum in 40 deutschen Mundarten. Universitätsverlag C. Winter. Heidelberg. 1999. Seite 116 ff.
  • Behringer, Klaus/ Marcella Berger/ Fred Oberhauser (Hrsg.): Kähne, Kohle, Kußverwandtschaft.Saarbrücken. 1999. S. 247-250.
  • Westrichkalender. Kusel. 1996, S. 92; 1997, S. 109; 1998, S. 49; 1999, S. 100 u. 138; 2000, S. 56 u. 70; 2001, S. 88.

u.a.m.


Aus dem Literarischen Schaffen

Textprobe:

Wann de Herrgodd e Narr will, lossder me alde Mann die Fraa schderwe = wenn der Herrgott einen Narren will, läßt er einem alten Mann die Frau sterben.

Aus: Lebendige Mundart. Gudd gesaad I.
Sprüche und Redensarten von Edith Braun. Saarbrücker Druckerei u. Verlag. Saarbr. 1996.

Wäär lied, däär schdähld, däär sengd, däär brennd, däär gebbd beidseide aan de Galje gehängd = Wer lügt, der stiehlt, der sengt, der brennt, der wird beizeiten an den Galgen gehängt.

Aus: Lebendige Mundart. Gudd gesaad II
Sprüche und Redensarten von Edith Braun & Lutz Hahn. Saarbrücker Druckerei und Verlag. Saarbrücken. 2000

Die Grill unn die Äämedds

Die Grill hadd im Summer nuur gesung,
Kä Windervòòrrääd hemmgebrung.
Wie die Käld kummd, guggd se dumm
Hungrisch sisch nòò Fudder um.
Niggs! Kä äänsisch Schdiggelsche
Wirmsche odder Miggelsche.
Se laafd - de Hunger dreibd se raus -
Dser Äämedds hin ins Nääwehaus.
Duud dord beddle unn duud schdehne:
"Kinnsch mer doch paar Kärner lehne
Bis dser Ernd im näggsche Jòhr.
Grischs jò widder, wirglisch wòhr!
Grisch - uff Ehreword - vun mier
Dsins en Dsinsesdsins defier."
Die Äämedds gebbd sò schnell niggs häär,
Das iss nidd däär ihr Sach. Se saad:
"Was haschen im Summer gemach,
Duu Beddlersch? Das wissd isch mò gäär!"
"Daa en Naachd waar isch aam Singe -
De hasch doch, hoff isch, niggs degääe."
"Hasch gesung?! Ei gudd - meindwääe,
Duu jedds es Dansbään schwinge!"

Aus: Gedichte bunt gemischt. In Mundart nachgedichtet von Edith Braun. Saarbrücker Druckerei und Verlag. Saarbrücken 1999

Vadder wirre - kä Brobbleem.
Vadder sinn - ofd unbegweem.
Erschderes gebbd bragdedsierd,
Weils ääm als mò indressierd.
Ei, soogaar die Aarwedscheie
Duun debei vill Eifer dseie,
Nuur leed manscher luschdisch Molsch
Gaar kä Wäärd uff de Erfolsch.
Er hadd Angschd, er missd vum schmaale
Beidel Allemende zahle.

Aus: Wilhelm Busch:Knopp Trilogie in Mundart nachgedichtet von Edith Braun. Saarbrücker Druckerei und Verlag. Saarbrücken 2001

Schdellder vòòr, mer wääre im Jòhr 50 v.Chr. Gans Galje iss vun de Reemer beseddsd. Beinäggschd. Weil in soome glääne Därfsche am Golleschdään dòò lääwe noch e paar schdolse Galjer, denne wo nidd beisekumme iss.

Aus: Asterix uff saarlännisch
De Asterix im Aarmviehteaader. Saa nuur!
Ei die schwäddse jò all wie die Saarlänner
Karin Peter, Horst Lang unn Edith Braun. Ehapa Verlag Berlin. 2001