Adolf Bay

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geboren 1921 in Völklingen

Genre:

Roman, Glosse, Drama, Mundarthörspiel

Zur Person:

1921 in Völklingen geboren

Mitglied in literarischen bzw. Berufsorganisationen:

VS Saar


Werke

Bücher:

Im Saarl. Virtuellen Katalog verzeichnete Werke von Adolf Bay

weitere:

  • 1948 Liebe, Fluch und Leidenschaft, Roman, Edition du Rhin, Straßburg, vergriffen
  • 1986 Die Hexe und ihr Zauberberg, Märchen, verlegt beim Deutschen Theaterverlag, Weinheim. 48 Seiten, Spieldauer ca. 45 Minuten, für 12 Personen

 

Beiträge:

ab 1952 immer wieder Lokalspitzen, Glossen und Kurzgeschichten für die SZ-Unterhaltungs- und Feuilletonseiten in unregelmäßigen Abschnitten (meist signiert mit yab) .
Einige Kurzgeschichten wurden auch in Zeitungen im "Reich" veröffentlicht.
1955 Besiegtes Schicksal , Grenzlandnovelle, Fortsetzungen in der SZ, illustriert von Griesang
1987 Literare, Kulturzeitschrift "TRANSFO Nr. 0", Verlag "Harlekine" bei Georg Lauran, Lebach
1993 Mundart modern, Anthologie, Logos-Verlag, SB, 137 Seiten, ISBN 3-928598-82-1.

 

Stücke:

1988 Die Teufelsburg und Alice von Forbach, Schauspiel: geschrieben und mehrmals 1993 von der SpG Teufelsburg auf der Teufelsburg und auf der Siersburg aufgeführt
1994 Die Teufelsburg und der Bauernkrieg von 1525, Schauspiel, mehrmals auf der Teufelsburg und auf der Siersburg aufgeführt.
1995 Freiwild, Schauspiel, mehrmals aufgeführt, wie oben.

 

Hörspiele:

1985 Der Besuch des Bischofs, Mundarthörspiel, Gemeinschaftsarbeit, SR, Regie Gerhard Bungert
1993 Das Geburtstagskind, Mundarthörspiel gegen Atomkraftwerk Cattenom, produziert mit einer freien Gruppe, Regie: Ingrid Zobel, mehrmals in SR 4 gesendet

Sonstiges:

1952 immer wieder Lokalspitzen, Glossen und Kurzgeschichten für die SZ-Unterhaltungs- und Feuilletonseiten in unregelmäßigen Abschnitten (meist signiert mit yab).
Einige Kurzgeschichten wurden auch in Zeitungen im "Reich" veröffentlicht.


Aus dem Literarischen Schaffen

Textprobe:

Leseprobe aus dem historischen Roman Der Kindermord von Walderfingen, der im Jahr 1341 spielt

Wallerfangen, das im Mittelalter Walderfingen hieß und die alte Burg Felsberg, die damals auf dem Hansenberg stand, sind Mittelpunkt dieses packenden Kriminalromans. Historischer Hintergrund ist die Belagerung der Burg Felsberg durch den Wildgrafen von Dhaun, dessen Truppen von dem Heer des Erzbischofs Balduin von Trier bei dem Kampf um die Burg Felsberg besiegt wurden. Machtgier, Intrigen, Sex und Leidenschaft sind Mittelpunkt dieses Heimat-Krimis.
Hier eine Leseprobe:

"Aber der dickste Hammer ist der", sagte Oberst Berleburg, der Oberbefehlshaber, "als Papst Johannes XXII. größenwahnsinnig verkündete, er würde König Ludwig den Bayern absetzen und selbst Verweser des deutschen Reiches werden. Fortan müsse Kaiser Ludwig ihm den Treueid leisten."
"Da kennt er aber Ludwig den Bayer schlecht", rief Ignaz von Remich herüber, "der Scheißer von Avignon! Manchmal meint man, dieser Gernegroß wolle die ganze Geschichte auf den Kopf stellen."
Der Oberbefehlshaber antwortete: "Genau so ist es. Dabei hat er selbst unserem Kaiser das Argument geliefert, womit dieser ihn der Ketzerei bezichtigen, ihn einen Antichrist nennen und absetzen konnte. Ich hätte allerdings Kaiser Ludwig mehr Glück bei der Auswahl des neuen Papstes gewünscht. Das wäre für die ganze Christenheit von Vorteil gewesen. Mit diesem hinfälligen deutschen Bettelmönch, der sich Nikolaus V. nannte, aus dessen Händen er in Rom die deutsche Kaiserkrone empfing, hatte er keine glückliche Hand bewiesen."
" Was war denn mit diesem Nikolaus? Von ihm weiß ich gar nichts. Damals war ich gerade auf Kreuzfahrt im Heiligen Land."
Der Oberbefehlshaber erklärte lachend: "Dieser Papst Nikolaus, den manche auch einen Komischen Heiligen nennen, war nämlich vorher verheiratet gewesen. Aus irgendeinem undurchsichtigen Grund ließ er eines Tages Frau und Kinder im Stich und trat in ein Franziskanerkloster ein."
"Das war doch ein großer Verstoß gegen die Ordensregeln?"
"Natürlich. Und die sind streng. Nach ihnen hätte er nicht einmal Mönch werden können, viel weniger Papst." "Da war der Kaiser wirklich schlecht beraten."
"Ja. Das war er. Zwar hat Papst Johann XXII. auch einen Sohn, aber er war nie vorher verheiratet gewesen. Er hatte diesen Sohn unehelich." Der Oberbefehlshaber ritt naher zu seinem Stellvertreter heran und erklärte grinsend: "Dieser Sohn ist Kardinal der Kurie. Das ist derjenige, der es ganz schlimm mit kleinen Jungen und Mädchen treibt." "Was sagst du da? Stimmt das?"
"Ja. Es stimmt. Ganz Frankreich ist darüber empört und es ist das Hauptgesprächsthema in allen Häusem." "Kleine Jungen und Mädchen?"
"Ja und keines der Kinder darf älter als zwölf Jahre alt sein."
"So ein Saukerl, so ein elender. Wie wurde denn der Kaiser mit dieser verzwickten Situation und den zwei Päpsten fertig?"
Der Oberbefehlshaber erklärte. "Das war für ihn nicht einfach. Er mußte nun zwischen Johannes XXII, den er Ketzer und Verbreiter einer Irrlehre bezeichnet hatte und einem Verheirateten, der nicht einmal Mönch sein durfte, wählen." "Hat er sich für Nikolaus V. entschieden?"