Sabine Göttel

Sabine Göttel

geboren 1961 in Homburg/Saar

Pseudonym:

Henriette Heißgluth

Genre:

Schauspiel, Prosa, Lyrik, Essay

Zur Person:

Sabine Göttel, geboren 1961 in Homburg/Saar. Lebt in Hannover. Literatur- und Sprachenstudium in Köln und Saarbrücken; Promotion über Marieluise Fleißer. Arbeitete viele Jahre als Schauspieldramaturgin, zuletzt an den Theatern in Hildesheim und Göttingen. Seit 2005 freiberuflich tätig als Autorin, Dramaturgin, Kulturmanagerin und Dozentin. Seit 2009 Geschäftsführerin und Seminarleiterin der „Akademie Literatur & Leben“. Daneben zahlreiche Regiearbeiten und Bühnenauftritte. Veröffentlichungen u.a.: "Eisenheart";. Stück mit Musik, 2013; „Die Walsche“. Schauspiel nach dem Roman von Joseph Zoderer, Kaiser Verlag, Wien 2012; „Sissi ist zurück!“ Hörspiel für das Landesmuseum Touriseum, Meran 2008; „Bad Baby’s Bed“, Theaterstück, Göttingen 2002; „Die lustige Witwe“ und „Rückreise“, Erzählungen, Rowohlt 2001+2002; „Fische Fluten“ (Gedichte, Röhrig 1987)

Mitglied in literarischen bzw. Berufsorganisationen:

Verband deutscher Schriftsteller, Marieluise-Fleißer-Gesellschaft, Dramaturgische Gesellschaft

Die wichtigsten Auszeichnungen:

  • Zweiter Preis beim Lyrik-Wettbewerb des Bayerischen Rundfunks 1984;
  • Zweiter Preis beim Hungertuch-Wettbewerb Frankfurt 1987

weitere Kunstpreise (siehe Wikipedia)


Werke

Bücher:

Im Saarl. Virtuellen Katalog verzeichnete Werke von Sabine Göttel

 

Beiträge:

siehe Publikationen auf der Homepage

Mitherausgeber:

Göttel, Sabine/Ludwig, Peter/Peter, Ralf (Hg.): Passagen. Neue Texte, Saarbrücken (PoCul) 1993

Stücke:

Eisenheart. Stück mit Musik, Hannover 2012
Die Walsche. Nach dem Roman von Jopseph Zoderer, Kaiser Verlag, Wien 2012
Die Bergprinzessin. Hotelsoap, Hannover 2011
Bad Babys Bed. Live-Schicksale aus der Entbindungsstation, Göttingen 2002 (mit A. Klinge)

Rundfunk-Beiträge:

  • Die Lyrikerin Sabine Göttel. Von Theo Schneider, SWR, 2003
  • Von einem Leben und vielen Toden. Portrait der Dichterin Inge Müller, SR 1996
  • „Friedhof der ermordeten Töchter“. Ingeborg Bachmanns „Todesarten“-Projekt in Historisch-kritischer Edition, SR 1996
  • Unbekanntes? Allzubekanntes! Zehn verschollene Texte aus dem Frühwerk Marieluise Fleißers, SR 1996
    „Zwischen gangbein und springbein“. Neue Texte der deutsch-sorbischen Dichterin Roza Domascyna, SR 1995
  • „Unter einem gewaltig mildtätigen horizont“. Annäherung an die deutsch-sorbische Autorin Roza Domascyna, SR 1992
  • Zwischentöne. Gabriele Reuter ­ Weimarer Schriftstellerin, SR 1991
  • Fische Fluten. Portrait der Lyrikerin Sabine Göttel. Von Marlene Grund, SR 1987
  • Spaziergänge. Gedichte von Sabine Göttel. Lesung und Gespräch mit Arnfrid Astel, SR 1985.
  • Sissi ist zurück! Regie: Torsten Schilling, Touriseum Meran, 2010
  • Die Walsche. Regie: Torsten Schilling, Sender RAI Bozen 2011


Aus dem Literarischen Schaffen

Textprobe:

FARBDIALOG (Bautzen 1993)


Der Weg in die Bilder lockt mich hinter die graue Membran
Zum doppelten Blick muss ich dich kaum überreden
So bereisen wir die Ränder gemeinsam
Seit wir wissen dass Worte wieder federleicht sein können

Ungefragt übernehme ich die Führung durch die Farben
Auf die Kraft deines Augeninneren vertrauend
Jahre unter der Einsicht bodenlos fußlos im eigenen Land
Mit meiner Sprache der Nachgeborenen sprechend
Über die leise Sprache der Bilder
Über unsere Wanderungen durch schwere Flächen
Aus beiden Himmelsrichtungen gleichzeitig

Wir erreichen uns indem wir die Mitte verfehlen
Das Ziel nicht wissen wollen den Sprung in die Farben wagen
Uns an Grenzen erinnern: unbenannt lag das Land in Schwarzrot das Gold
Verbergend bis die Spitze Bewegung freigab: dort richten wir uns jetzt ein! Zaghaft
Gewöhnen wir uns ans Verwandte wir spannen zerbrechliche Brücken und
Gerüste: was glaubst du: wie lang halten sie den Märchenton?

Noch trage ich schwer an den Bildern ich verbanne sie
Hinter meine Stirn dort ist die Ferne vermessbar die Tiefe zu loten
Dort halten sich meine Glieder im Zaum: eins um das andere gebe ich
An die Ruhe verloren! Heimlich male ich deine Freigeisterei an die Wand
Warte geduldig auf die Öffnung der Koordinaten nach Norden und Süden
Ich weiß dass unsere Stimmen durchlässig geworden sind

Und du hast dein Lächeln erprobt! Es wächst an den Rändern auf und ab es
Sprengt uns die Haut die Farben brechen durch kampfeslustig und
Zu keinem Sieg bereit gebe ich die Führung an dein Lachen ab! Zuversichtlich
Spannst du Worte und Bilder zum Dialog aus ich bejubele
Unseren Aufbruch die Erfindung der grauen Membran unseres perpetuum mobile die
Bewegung der Augen!