lebt in Homburg

Béla Bayer

geboren 1951 in Váralja / Südungarn

Genre:

Lyrik, Prosa

Zur Person:

Der erste Beweis meines Daseins wurde auf dem hinteren Deckblatt unserer Familienbibel niedergeschrieben. Es geschah zu Füßen des Mecsek-Gebirges in Südungarn, und man schrieb das Jahr 1951.
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Das Kreuz der Erschaffung war meines Vaters Erbe, mit Widmung zur "Vox Humana". Der malerische Himmel meiner Kindheit spannte sich über das winzige Dorf Waroli, hinter den sieben Bergen.
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Studium an der Erziehungswissenschaftlichen Hochschule in Kaposvár, anschließend Philologendiplom in ungarischer Sprache und Literatur, an der Janus Pannonius Universität in Pécs. Seit 1998 lebe ich in Homburg/Saar, bin Mitautor der saarländischen Anthologie: Dehemm.
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Während die Themen meines Schreibens vom Schicksal geprägt sind, trägt die Form das Merkmal von Streifzügen zwischen Kunstarten. Ich bekenne mich zur verbessernden Kraft des inspirierten sprachlichen Zwanges.

Mitglied in literarischen bzw. Berufsorganisationen:

Ungarischer Schriftstellerverband;
Ungarischer Journalistenverband;
FDA Saar

 

Wichtige Webseite:

Babel Web Anthology

 


Werke

Bücher:

Im Saarl. Virtuellen Katalog verzeichnete Werke von Béla Bayer

weitere:

  • Béla Bayer: Graublau, (Gedichte) Szekszárd, Landesbibliothek,1996, 48 S., ISBN:963 046548 5
  • Béla Bayer: Spiegelscherbe, (Gedichte) Szekszárd, Babits Verlag, 1999, 80 S., ISBN: 963-9015-85-7
  • Béla Bayer: Opalkugel der Liebe (Liebesgedichte) Stuttgart, Rara Avis Publishing, 2000, 34 S. ISBN: 963 00 4568 0

Eigenbände:

  • Auf den Schatten der Seele, Kerényi Verlag, 2001
  • Dort drüben, Kerényi Verlag, 2002
  • Herausforderungen, Geograph, 2006
  • Resümee, Geograph, 2006
  • Diesseits der Milchstrasse, Geograph, 2009
  • Unbedeckt, Geograph, 2012

 

Beiträge:

  • Das Zweiglein, Hildesheim, Zürich, New York, 1991, Donau - Bücher, 1990, OLMS PRESSE, 1991
  • Bekenntnisse eines Birkenbaumes, Dortmund, RWAG Dienste 1991
  • Gegenwartsautoren , Budapest, L.E. Uni., 1994
  • Die Erinnerung bleibt, Sersheim, Hartmann Verlag, 1995
  • Dahemm, Trier, Éditions Tréves, 2002

 

Beiträge in den Anthologien:

  • Literatessen, FDA Bayern e.V., 2000
  • Lies mit, denk mit! Grimm Verlag, Szeged, 2002
  • Tanz der Grenzen, ETAINA-Verlag, 2004
  • Erkenntnisse 2000, VUdAK,  Budapest, 2005
  • Seitensprünge, Folio Verlag, Wien, 2009
  • Zeiträume, VUdAK, Budapest, 2010


Aus dem Literarischen Schaffen

Textprobe:

VERFLOCHTEN

Es ist dir schon bewusst geworden,
dass unsre Welt nicht mehr die alte ist,
künftig reicht keine Kostümierung,
dass verblühte Rollen man vergisst.

Nur der, der echte Noten fertigt,
trägt den Titel: wahrer Komponist
sowie der Regisseur nicht sündigt,
falls er reelle Drehbücher vermisst.

Nur wer's schafft, Bleibendes zu bilden,
ohne Zauber, nichtige Magie,
sollte sich sein Gleichgewicht finden,
verflochten mit reiner Harmonie.


PALMSONNTAG

Ich musste langsam mich selbst lieben lernen,
dass ich zu deiner Liebe fähig sein kann.
Mein Herz, das bisher mit riesiger Pein
umgehen musste, habe ich
gegen das Nichts geheftet,
bis ich mein verwaistes vergessen konnte
um für dich hier zu sein.
Winzige Tränensterne saßen in den Ecken deiner Augen,
und du wusstest, dass ich schon zu müde bin,
für meine niemals existierende Mutter
da zu sein, ihren Frieden anflehen zu können.
Dass ihr Engelsgesicht schon zerbrochen ist
und ihre Märchen für immer verschwunden sind.
Wie diese Zeilen zu meiner Feder
kam deine Wärme auf mich zu,
obwohl Vivaldis Frühling spät gekommen war.
Ich liebe dich, wie meine Seele ihre
weggerollten Kreuzerstückchen liebt.
Ich rufe nicht wegen der Rhythmen,
aber wegen der Stille, die sich in mir auflösen konnte,
weil du bei mir warst und halfst,
meine falschen Einstellungen für immer aufzugeben.


TROCKENDOCK

Was ich mitbekam: die Wärme im Hafen
des Mutterschoßes,
die Einsamkeit des Wanderers,
die Freude des mit sich selbst Kämpfenden.

Mit jagte Piratensehnsucht
hinein in kichernde Nebel.
Auf dem sich wiegenden Boot
glaubte ich nach Hause
geschaukelt zu werden.

Mein Lächeln ist Verschwendung.
Für den täglichen Bissen Brot,
immerwährende Pein.

Bloß mochte ich nie sein,
war aber nie anders, immer pudelnackt.
Verkümmerte Sterne, wie meßt ihr die Zeit?
An meinem Mund Brombeerlila.
Mit trauter Umarmung bedeckt mich die Nacht.